Huffington Post setzt auf soziale Netzwerke

Letzten Donnerstag, am 10.10.2013, ist der Deutschland-Ableger der Huffington Post online gegangen. Das Geschäftsmodell der Huffington Post ist umstritten. Neben täglichen Kolumnen von einem 15-köpfigen Redaktionsteam, werden die meisten Beiträge von unbezahlten freiwilligen Autoren verfasst. Außerdem publiziert die Huffington Post Beiträge von Prominenten aus dem Bereich Politik, Journalismus, Wirtschaft und Unterhaltung.
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Mathias Döpfner spricht daher von einem „Anti-Geschäftsmodell für Journalismus“ während es von Sebastian Matthes, Deutschland-Chefredakteur der Huffington Post als „das spannendste Medienprojekt, das es aktuell in Deutschland aufzubauen gibt“ bezeichnet wird.

In Amerika hat sich das Konzept bewährt: Dort ist die Huffingtion Post mit diesem Konzept innerhalb von acht Jahren laut Spiegel Online zur wichtigsten Informationsquelle für Millionen von US-Amerikanern und einflussreichstem Alternativmedium der USA geworden. The Huffington Post weist mehr Besucher auf, als die New York Times. 800 Journalisten arbeiten weltweit für die die Plattform. In den USA konnte die Huffington Post für eine eigene Reportage einen Pulitzer-Preis gewinnen.

Gegründet wurde The Huffington Post von Arianna Huffington, Kenneth Lerer und Jonah Peretti als US-amerikanische Onlinezeitung. Sie ging am 9. Mai 2005 als Nachrichten- und Nachrichtenkommentarplattform online. Die weltweite Expansion begann 2011 mit der kanadischen Ausgabe, es folgten Länderausgaben in Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien und Japan.

Kritisiert wird vor allem das Design der Huffington Post. Das Satrie-Blog „Der Postillon“ hat die Startseite mit den großen Überschriften und wechselnden Schriftfarben treffend parodiert:

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Quelle: http://goo.gl/L4r57O

Da die Seite v.a. von der Interaktion lebt und Besucher aus den Sozialen Netzwerken auf die Seite gezogen werden sollen, sind die Buttons für die sozialen Netzwerke prominent platziert. Außerdem gibt es – wie bereits in unserem Blog bei Newsweek vorgestellt – ein Set von Funktionen am linken Seitenrand, die sich mit dem Artikel mitbewegen, um die Kommentiermöglichkeit während des Lesens jederzeit verfügbar zu haben:

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Quelle:   http://goo.gl/VPTUqe
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Quelle: http://goo.gl/L6FqHI

Laut Berliner Zeitung steht hinter der „kargen Website ein Redaktionssystem, das technisch den meisten anderen überlegen ist“. Bilder und Überschriften werden automatisch an verschiedenen Zielgruppen getestet, die Verbreitung von Tweets wird genau kontrolliert, um eine größtmögliche Reichweite zu erzielen.

Auf der rechten Seite wird den Lesern entsprechen unter „Community“ angezeigt, was die meist gelesenen Artikel sind, was das zur Zeit wichtigste Gesprächsthema ist sowie was auf Facebook aktuell ist.

Nach der ersten Woche besitzt Huffington Post aktuell 7.808 Facebook-Fans und 6.038 Follower auf Twitter.

Weitere Kritik kommt u.a. von einer Autorin des Cicero, Petra Sorge: Sie bezeichnet die deutsche Huffington Post als „neues Einfallstor für Lobbyismus“ in das Internet. Sie bezieht sich dabei auf die am ersten Tag des Angebots unter „Empfohlene Blog-Beiträge“ veröffentlichte „Lobeshymne auf den russischen Energieriesen“ Gazprom durch den Chef der Exportsparte desselben Unternehmens, Alexander Medwedew.

Auch wenn das Modell umstritten ist, laut neuester Meldung in Horizont gibt es eine so große Nachfrage von Bloggern, dass Oliver Eckert, Geschäftsführer von Tomorrow Focus Media, ankündigte, dass man wegen des Ansturms von Autoren zusätzliche Mitarbeiter einstelle. Um die Flut an Texten zu bewältigen, habe man kurzfristig Mitarbeiter von Focus Online abgezogen.
Durch die weitere Verbreitung von Artikeln können nicht nur Blogger sondern auch Journalisten profitieren.

Die Huffington Post kann als spannendes Experiment auf dem Markt der Nachrichtenportale gesehen werden und bleibt zu beobachten.

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