Was die vierte Revolution für die Unternehmens-Kultur bedeutet

Martina Koederitz, Vorsitzende der Geschäftsführung der IBM Deutschland beschreubt in ihrem Artikel „Die vierte Revolution“ in der Süddeutschen Zeitung vom 17. Juli 2013 (nur für Abonnenten), wie die digitale Welt das Arbeiten und Wirtschaften verändern wird – und was das für die Unternehmenskultur bedeutet.

Sie geht darauf ein, dass mit der Umstellung bzw. der Digitalisierung der Arbeitsprozesse ein tief greifender Wandel der Unternehmenskultur einhergeht, denn die Mitarbeiter als wichtigste Quelle für Innovation brauchen Raum für ihre persönliche Entfaltung. Kreativität und Neugier werden laut Koederitz die wichtigsten Tugenden in Unternehmen. Weil solch eine offene Unternehmenskultur klassische, hierarchische Rollenmuster durchbricht ist ein grundlegendes Umdenken bei Führungskräften erforderlich. Sie müssen mehr und mehr mit Teammitgliedern auf Augenhöhe arbeiten, einen fairen Kommunikationsstil pflegen, offen für konstruktives Feedback „und unter Umständen demütig sein, wenn es darum geht, die neuen Kulturtechniken der jungen Digital-Natvies zu erlernen“.

Eine offene Kultur muss sich in den Unternehmenswerten widerspiegeln
Was das für die Unternehmenskultur bedeutet, führt sie folgendermaßen aus:

„Eine offene Unternehmenskultur manifestiert sich nicht allein dadurch, dass man seinen Mitarbeitern Social-Software und Telearbeit erlaubt. Vielmehr muss sich die offene Kultur auch in den Werten des Unternehmens widerspiegeln – Werte, mit denen sich die Mitarbeiter identifizieren können, ja, an denen sie idealerweise mitgearbeitet haben und sie für eine gemeinsame Sache begeistern.“

Unternehmen werden langfristig nur erfolgreich sein können, wenn sie diese kulturelle Revolution verinnerlicht haben.

Mangelnde Veränderungsbereitschaft in Unternehmen bremst Einsatz von Social Media Tools
Zu dem gleichen Schluss kommen die Autoren einer neuen McKinsey-Studie „Evolution of the networked enterprise“. Auch wenn die weltweit befragten rund 3.500 IT-Chefs den Nutzen von Social Media mittlerweile quantifizieren können, liegt nach Meinung der Autoren noch viel Potenzial brach, weil sich Unternehmen zu langsam veränderten.

Gut zusammengefasst ist die Studie im Artikel „Social-Tools statt E-Mail sparen 30 Prozent Zeit“ bei http://www.CIO.de. An Zahlen legte die Studie u.a. vor, dass bei Verwendung der neuen Kommunikationstools rund 30 Prozent der Arbeitszeit eingespart werden können im Vergleich zur klassischen E-Mail. Oder dass die Markenbekanntheit durch Social Media-Einsatz im Schnitt um mehr als ein Drittel (36 Prozent) gestiegen sei.

130719_4. Revolution

Quelle: http://www.cio.de/strategien/2921685/

Aber um die Vorteile von Social Media wirklich zu nutzen – insbesondere Produktivitätsvorteile – raten sie:

“With respect to productivity benefits in particular, the results indicate that companies must invest time and effort to enable greater productivity (particularly among knowledge workers) and competitive advantage. The likely need for significant organizational change is a challenging problem – and one that must be met by doing far more than changing the tools in a company’s portfolio.“

Diese Schlussfolgerung können wir nur unterstreichen.

Advertisements

3 Antworten zu “Was die vierte Revolution für die Unternehmens-Kultur bedeutet

  1. Danke @Anja für deinen Artikel. In einem aktuellen Projekt haben wir von der GL grünes Licht für den unternehmensweiten Roll-out eines Social Intranets unter der Bedingung bekommen, dass wir besonders die älteren Mitarbeiter deutlich einbeziehen. Es sollte nicht so laufen wie bei der E-Mail, die vor 20 Jahren verdiente MA ins Abseits gestellt hat, weil sie mit der neuen Technik nicht klar kamen. Das Beispiel zeigt, dass es Unternehmen gibt, die die Chancen ebenso wie die Herausforderungen sehen und tatsächlich einen Wandel und nicht eine Technik-Einführung fordern. Informationskampagnen und ein breites Angebot zum Aufbau von Medienkompetenz haben sich für ICOM als Schlüssel zum Erfolg bewährt.

  2. …dieses Phänomen ist sicherlich auch ein Grund dafür, dass wir derzeit hauptsächlich bei den Personalentwicklern und nicht in erster Linie bei den Kommunikatoren auf „offene Ohren“ stoßen …….die wissen mit Veränderungsprozessen umzugehen.

  3. Pingback: Social Media-Quick Check: Wie reif ist Ihr Unternehmen für Social Media? | ICOM·

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s