Buchtipp Medieninnovationen von

Dieses Buch ist sicher keines, das man so nebenbei lesen kann. Es untersucht in 23 Beiträgen die Leitfrage, die auf der 55. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft 2010 gestellt wurde: Wie verändern Medieninnovationen die Kommunikation in der Gesellschaft? Für alle, die an Studien und Anregungen zu diesem Thema interessiert sind, bietet dieser Band vielfältige Einsichten.
Medieninnovationen Cover
Aufbau des Buches
Das Buch betrachtet den Einfluss der Medieninnovationen auf gesellschaftliche Teilbereiche in sieben Kapiteln. Es geht um Medieninnovationen im Journalismus, insbesondere die Auswirkungen der Einführung von gemeinsamen Newsdesks, Medieninnovationen für die politische Kommunikation (mit einer experimentellen Studie zur Wirkung innovativer Elemente der Regierungskommunikation im Internet) und im 3. Kapitel um Herausforderungen für Medienregulierung und Medienpädagogik (u.a. Einsatz von Laptops an Schulen). Fragen der Medienökonomie behandelt das vierte Kapitel, z.B. die Wertschöpfungsstruktur von digitalem Fernsehen, wo durch neue Bereitstellungsoptionen ein hochkooperativer Markt entsteht. Die Kapitel 5 und 6 beschäftigen sich mit den Nutzern und Nutzungsweisen sowie den Auswirkungen auf soziale Beziehungen. Im letzten Kapitel geht es bei theoretischen Reflexionen über Medieninnovationen auch um Medienmanifeste (wie das Social Media Manifest) und ob sie als Belege eines „Strukturwandels der Öffentlichkeit“ (Habermas 1962) betrachtet werden können.

Besonderheiten des Buches
Das Buch enthält so gut wie keine Schaubilder, dafür Tabellen und Grafiken, die die Ergebnisse durchgeführter Studien zeigen, für die Grundkenntnisse der Statistik angemessen sind.
Spannend sind aber gerade diese Untersuchungen, mit denen das Nutzerverhalten analysiert wird.
Daniel Heine und Ansgar Zerfaß untersuchten z.B. in einem Feldexperiment, ob durch den Einsatz von Social Web Instrumenten – die Bürgern eine individuelle Rückmeldung erlauben – Regierungskommunikation effektiver gestaltet werden kann. Der Einsatz von Social Media Elementen wurde systematisch für vier Gruppen variiert. Wider Erwarten erhöhten moderat eingesetzte Interaktionsangebote (Kommentare oder Videos) die Wirkung, nicht aber der intensive  Einsatz (Kommentare und Videos).  Beeinflusst werden die Ergebnisse von der Online-Nutzungskompetenz, dem Interesse und der wahrgenommenen Betroffenheit.
Für den Einsatz von Social Web Instrumenten in der Unternehmenskommunikation lassen sich hier Erkenntnisse ableiten.

Daher können wir die Lektüre allen empfehlen, die sich mit diesen Fragestellungen näher beschäftigen möchten.

Das Buch „Medieninnovationen. Wie Medienentwicklungen die Kommunikation in der Gesellschaft verändern“, 1. Auflage 2011, UVK Verlag, kann hier bestellt werden.

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