K2 Fachtagung „Interne Kommunikation“ in Köln

Am 9. und 10. Mai 2012 fand in Köln zum 9. Mal die Fachtagung für Interne Kommunikation statt. In den Diskussionen – insbesondere im K2-Speed-Café – entstand bei mir der Eindruck, dass Social Media in der Internen Kommunikation bei den Unternehmen an Relevanz gewinnt. Community-Plattformen sind dabei noch in der Minderheit. Zwar experimentieren Unternehmen bereits mit verschiedenen Tools, Erfahrungswerte sind aber noch nicht zu vorzuweisen.

K2 Fachtagung 2012

Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Interne Kommunikation – Weg von der Werkbank, hin zum Kommunikationsmanagement“. In Vorträgen, Workshops und dem K2-Speed-Café wurden aktuelle Fragen der Internen Kommunikation diskutiert. Im Fokus standen dabei die Themen „Veränderungs- und Führungskräftekommunikation“, „Medien und Instrumente der Internen Kommunikation“ und „Social Media in der Internen Kommunikation“.

Sean MacNiven (Head of Communications Innovation, SAP) erläuterte den Wandel der Internen Kommunikation bei SAP. Interessant dabei war, dass SAP bekannte Social Media-Anwendungen adaptiert und für die Interne Kommunikation ausprobiert. Dafür wurde das ‚SAP Employee Network‘ geschaffen. Die Anwendung ‚Talk‘ ist beispielsweise an Twitter angelehnt und ‚Mediashare‘ an YouTube. Das Corporate Portal bildet den zentralen Unternehmenszugang, der von allen Mitarbeitern weltweit angesteuert und genutzt werden kann. Die Plattform ist für SAP wichtig, da sie das Gemeinschaftsgefühl stärken und somit die Mitarbeiterbindung erhöhen soll. Dafür betreut ein eigenes News Team das Corporate Portal. In das Portal sind auch Spiele zu Unternehmenswerten und -geschichte von SAP integriert. Mit dem „Gamification“-Ansatz erhofft sich SAP einen verbesserten Employee Engagement Index und eine höhere Mitarbeiterbindung. Weiter nutzt SAP Anwendungen zur Verbesserung des Wissensmanagements (‚Idea Garden‘) und Zusammenarbeit (‚Documents‘) und stellt seinen Mitarbeitern eine eigene Community zur Verfügung. Die Implementierung von Social Media-Anwendungen für die Interne Kommunikation verlief zu Beginn parallel zu den alten Kommunikationskanälen – wurden jedoch zunehmend verdrängt. Heute wird die Mitarbeiterzeitung nicht mehr in gedruckter, sondern nur noch in digitaler Form aufgelegt. Auch in der Kommunikation nach außen setzt SAP voll auf bewährte Social Media-Anwendungen.

Michael Janßen (Steuerung weltweite Kommunikation, BMW) beleuchtete den Status der Internen Kommunikation der BMW Group. BMW setzt überwiegend noch auf klassische Kommunikationskanäle. und bietet seinen Mitarbeitern als zentrale Medien eine BMW Group Zeitung, eine Management Info (Kanal für Führungskräfte), Network TV (Corporate TV) und BMW Group Network (Intranet) an.

Laut einer internen Befragung Ende 2011 zur Internen Kommunikation werden interne Medien als Informationsquelle externen Medien vorgezogen. Aus der Befragung ging auch hervor, dass Führungskräfte als wichtigste Informationsquelle gesehen werden. Interessant war, dass Social Media die geringste Relevanz zugemessen wurde – auf den ersten Blick ernüchternd. Relativiert wird die Tatsache dadurch, dass BMW aktuell erst Einsatzmöglichkeiten von Social Media für die Interne Kommunikation testet. BMW befindet sich momentan in einer Enterprise 2.0-Testphase, so dass davon auszugehen ist, dass sich Social Media als Kommunikationskanal bei der nächsten Befragung nach oben verschieben wird. Social Media wird bislang noch nicht zentral koordiniert, sondern überwiegend von der Marketing- und Vertriebsabteilung für die externe Kommunikation verwendet.

Auch bei der Fraport AG spielt Social Media in der Internen Kommunikation noch eine untergeordnete Rolle; Fraport setzt zu 80 Prozent auf klassische Kommunikationskanäle. Anne Schwindling (Leiterin Interne Kommunikation und Unternehmensimage, Fraport) wies darauf hin, dass die Interne Kommunikation einen reibungslosen Kommunikationsfluss im Unternehmen gewährleisten, die Sprachfähigkeit der Mitarbeiter erhöhen, die Positionierung des Vorstandes im Unternehmen darstellen, die Kommunikation mit den Führungskräften und einen dialogorientierten Informationsaustausch ermöglichen soll. Zwar bestehen schon Social Media-Anwendungen für die Interne Kommunikation; schwerpunktmäßig wird es jedoch in der externen Kommunikation eingesetzt. In der Internen Kommunikation laufen die Anwendungen mit unterschiedlichem Erfolg. So kommen Wikis in der Praxis gut an, andere Tools wie ‚Goldene Seiten‘ (intranetbasierte Datenbank) weniger gut. Fraport verfügt – ähnlich wie die Telekom – über ein Tool „Der Draht zum Chef – Stellen Sie Ihre Frage an Stefan Schulte“. Max. drei Tage sollen vergehen, bis die Antworten auf im Vorfeld ausgewählte Fragen veröffentlicht werden. Dieses Tool wird von den Mitarbeitern gerne genutzt.

In einer 2011 durchgeführten Befragung, in der die Beteiligungsbereitschaft der Mitarbeiter an einer Web-Community für Fraport-Beschäftigte gemessen wurde, konnten sich 41 Prozent vorstellen, sich an einer solchen Plattform anzumelden. Im April begann bei Fraport eine dreimonatige Testphase für eine Mitarbeiterplattform, an der sich 70 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus drei Unternehmensabteilungen beteiligen, um  die Zielsetzung der Plattform zu überprüfen.. Fraport erhofft sich durch den Einsatz eine Vereinfachung und Beschleunigung von Kommunikations- und Entscheidungsprozessen, eine zielgerichtete, abteilungsübergreifende Vernetzung, Effizienzgewinne beim Wissenstransfer, eine Steigerung der Motivation und damit der Produktivität bei den Beschäftigten und eine zunehmende dialogorientierte Beteiligung der Beschäftigten an den Unternehmensprozessen.

Zusammenfassung

  • Social Media wird mehrheitlich noch in der externen Kommunikation eingesetzt.
  •  In der internen Verwendung bestehen weiterhin Unsicherheiten, wie sich die Implementierung von Plattformen beispielsweise auf das   Hierarchiegefüge in Unternehmen auswirken.
  • Andere Faktoren sind drohende Kontroll- und Steuerungsverluste von Meinungsäußerungen der Mitarbeiter.
  • Einigkeit bestand darüber, dass Führungskräfte zunehmend „Social Media“ als Kompetenz beherrschen müssen.
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2 Antworten zu “K2 Fachtagung „Interne Kommunikation“ in Köln

  1. Danke für diese Zusammenfassung und den Rückblick auf diese Tagung. Für den Einsatz von Social Media in der internen Kommunikation steht also noch Arbeit an. Aber die „Generation Facebook“ wächst nach…

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