„Wir verändern durch neue Kommunikation die Kultur in Unternehmen“

Thomas Geiger ist Geschäftsführer und Gründer der ICOM GmbH. Zu seinen wichtigsten Strategie- und Beratungsprojekten gehören besonders Corporate TV-Projekte. Im Gespräch erläutert er Parallelen zwischen der Einführung von Bewegtbild in der Unternehmenskommunikation und Social Media.

 

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Matthias Wagner: Mit Corporate Video-Formaten wie dem Bayer News Channel oder Deutsche Bahn TV haben Sie Unternehmen bei der Weiterentwicklung ihres Medienmixes begleitet. Die Hürden für neue Medien-Formate in der Unternehmenskommunikation sind gewöhnlich relativ hoch. Was waren die Argumente für die Einführung von Bewegtbild in der Unternehmenskommunikation?

Thomas Geiger: Als wir in der Unternehmenskommunikation Corporate Video-Konzepte entwickelt und umgesetzt haben, war die Nähe zum Mitarbeiter immer eines der wesentlichen Argumente für die Einführung. Das heißt, die Unternehmensführung konnte sich authentisch und glaubwürdig mit ihren Botschaften dem Mitarbeiter präsentieren. Dabei transportiert das bewegte Bild die Botschaften fassbarer und deutlicher als der geschriebene Vorstandsbrief, der die Informationsflut für die Mitarbeiter nur vergrößert. Mit dem Bewegtbild ist es uns dagegen gelungen, Akzente zu setzen und Botschaften aufzuwerten. Das war eine der Grundüberlegungen damals und nach wie vor ist das bewegte Bild ein Informationsmedium, das beispielsweise bei Bayer ganz hoch angesiedelt ist.

Natürlich gab es bei der Einführung dieser Formate auch Vorbehalte. Allem voran das Kostenargument. Aber auch die Zeitthematik wurde intensiv diskutiert – nach dem Motto „Da sitzt der Mitarbeiter und schaut Fernsehen.“ Dabei haben die Kritiker nie bedacht, wie viel Zeit es die Kollegen kostet, aus einem Wust von geschriebenen Informationen, die relevanten herauszusuchen oder herauszulesen. Das kostet meist viel mehr Zeit als die fünf Minuten für ein Video.

Matthias Wagner: Interessant ist, dass gerade die Zeitdiskussion heute wieder geführt wird, wenn es um die Entscheidung geht, im Unternehmen den Zugang zu Social Networking-Plattformen zu öffnen.

Thomas Geiger: Das stimmt. Und ganz unabhängig vom Bewegtbild: Wir haben es erlebt, dass Mitarbeitern verboten wurde, im Internet zu surfen. Bis man gemerkt hat, dass Online-Plattformen Wissensdatenbanken im Unternehmen ergänzen oder gar ersetzen können, weil dort hilfreiche Informationen zu finden sind. Und genauso erleben wir heute wieder, dass in Unternehmen untersagt ist, zum Beispiel Facebook zu nutzen. Obwohl auch in externen Communities für den Mitarbeiter interessante Fragestellungen beantwortet werden.

Matthias Wagner: Für viele Unternehmen ist die Hürde für den Einstieg in das Thema „Social Media“ sicherlich so hoch, weil die vertraute Top-Down-Kommunikation nun durch das neue Phänomen „Netzwerk-Kommunikation“ ergänzt wird, die kein Oben und Unten kennt. Und so bedeutet Social Media sicherlich immer auch einen Kulturwandel im Unternehmen?

Thomas Geiger: Völlig richtig. Natürlich bedeutet es einen Kulturwandel, den viele Unternehmen bisher eher theoretisch in Workshops und Konzeptpapieren angehen. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass man Kommunikation nicht durch einen theoretischen Kulturwandel verändert, sondern in dem man zum Beispiel Plattformen im Unternehmen einrichtet, auf denen sich die Kollegen vernetzen können. Fangt an, neu zu kommunizieren und verändert dadurch eure Unternehmenskultur.

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