Lektionen aus dem Sommerurlaub: Die Gemeinsamkeiten von Bogenschießen und Kommunikations-Management

Es war ein abwechslungsreicher und erholsamer Urlaub, den wir in diesem Jahr in Frankreich verbrachten. Unser Campingplatz an der Côte d’Azur bot unterschiedliche Sport-Kurse an, darunter auch Bogenschießen. Ein Sport übrigens, dessen Ursprung im Mittelalter zu suchen ist und der auf jeden Fall das Zeug zu einem Trendsport hat. Das Angebot machte meinen Mann und mich neugierig und wir nahmen an einem Training teil.

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Eine wirklich tolle Sportart und mir ist aufgefallen dass gutes Kommunikationsmanagement mit den gelernten Lektionen über das Bogenschießen einige Gemeinsamkeiten aufweist.

Lektion 1: Was für ein Typ bin ich?
Die erste Frage des Trainers an uns war, ob wir rechts- oder linksäugig wären. Es lag nicht nur an meinen etwas verschütteten Französischkenntnissen, dass ich nicht gleich verstand, was er damit meinte. Hintergrund der Frage war, dass das domi-nante Auge bestimmt, ob der Bogenschütze mit einem Rechtshand- oder Links-handbogen schießen sollte. Um dies herauszufinden, sollten wir ein Ziel in ca. 10m – 20m Entfernung betrachten und mit dem Zeigefinger darauf zeigen. Schließt man abwechselnd die Augen, sieht man, bei welchem Auge der Zeigefinger neben das anvisierte Ziel „springt“. Das Gehirn verarbeitet Informationen von Person zu Person also anders, das muss beim Zielen berücksichtigt werden. Mein Mann ist ein „Rechtsauge“ ich ein „Linksauge“, entsprechend bekamen wir Rechtshand- und Linkshandbogen.

Übertragen auf das Kommunikationsmanagement bedeutet es, dass zuerst heraus-gefunden werden muss, wie das Unternehmen „tickt“. Was herrscht in einem Unternehmen vor und lenkt das Denken und Handeln der Beteiligten: Statusdenken oder Gemeinschaft? Innovation oder Kostenorientierung? Offenheit oder Ver-schwiegenheit? Wie Menschen in einem Unternehmen miteinander reden, ob sie sich rechtzeitig und umfassend informieren, hängt von der Unternehmenskultur ab. Dies muss bei der Planung von Kommunikationsmaßnahmen berücksichtigt werden. Der Einsatz von auf offene und aktuelle Information und Kommunikation ausgerichteten Instrumenten wie Intranet und insbesondere Enterprise 2.0-Tools macht nur Sinn, wenn die Firmenleitung dies unterstützt und Offenheit vorlebt.

Lektion 2: Eine gründliche Vorbereitungsphase ist unerlässlich
Der komplette Prozess erfolgt nach einem festen Ablauf. Zur Vorbereitung gehören Lockerungs- und Mobilisierungsübungen für Rücken, Schultern und Hände, die so auf ihren Einsatz vorbereitet wurden. Zur Vorbereitung gehörte auch das Vertrautmachen mit dem Bogen und die Einweisung in die Sicherheitsregeln.

Jedes Kreislaufmodell beginnt mit einer ordentlichen Vorbereitung, nämlich einer Planungs- und Analysephase. Ohne das Formulieren von Kommunikationszielen verliert die Kommunikation an Durchschlagskraft und gefährdet, dass ihre Botschaf-ten bei den entsprechenden Zielgruppen ankommen. Kommunikationsverantwortli-che müssen natürlich mit den Wirkungen und Einsatzmöglichkeiten der verschiede-nen Medieninstrumente vertraut sein – das gilt heute insbesondere für die Einsatz-möglichkeiten und Wirkung der Sozialen Medien.

Lektion 3: Ganzheitliches Denken ist erforderlich
Im nächsten Schritt galt es, sich hüftbreit hinzustellen und einen sicheren, festen Stand einzunehmen – als Fundament des Schusses. Die Sehne wird nicht mit einem einzelnen Muskel wie dem Bizeps gezogen. Im gesamten Rücken muss Rückenspannung aufgebaut werden und das Schulterblatt nach hinten gezogen werden.

Genauso muss in der Unternehmenskommunikation der Medienmix ganzheitlich betrachtet werden. Allein das Thema „Einführung von Bewegtbild“ zu betrachten oder eine Facebook-Seite bespielen zu wollen, ist nicht zielführend. Die Wirkung eines einzelnen Mediums verpufft, wenn es nicht mit anderen Medien und Botschaf-ten abgestimmt und unterstützt wird. Nur eine koordinierte Kommunikation vermittelt einheitliche Botschaften. Die Ableitung der Kommunikationsziele aus den Firmenzie-len, bzw. ihre Verankerung ist immer noch die beste Gewähr, dass ein stimmiges Unternehmensbild vermittelt werden kann.
Die interne Kommunikation muss zudem inhaltlich auch mit der Kommunikation der Fach- und Geschäftsbereiche vernetzt werden, um im Unternehmen auch in Zeiten von Social Media mit einer Stimme zu sprechen. Hierfür ist ein übergreifendes Themenmanagement zu etablieren.

Lektion 4: Prozesse müssen optimiert werden
Der Bogenschütze benötigt Kraft, Ausdauer und koordinative Fähigkeiten, die richtig trainiert und zu einem perfekten Schuss zusammengeführt werden wollen. Ein Schuss wird in verschiedene Phasen und Bewegungsabläufe eingeteilt, die durch bewusstes Training der einzelnen Abläufe automatisiert werden sollen. So kann man den perfekten Schuss erzielen (dafür sei ein Training von ca. 3 Jahren erforderlich).

Beispiel für einen perfekten Schussablauf beim Bogenschießen:


Im Rahmen des Kommunikationsmanagements werden Kommunikationsprozesse analysiert. Die genaue Beschreibung von Prozessen ist hierbei genauso wichtig wie ihre ständige Pflege und Kontrolle. Mit Hilfe von Kennzahlensystemen können Prozesse effizient gestaltet werden. Die Untersuchung von Redaktions-, Produkti-ons- und Verteilprozessen ist daher auch eine der vier Leistungsdimensionen, die u.a. im INDEX DER INTERNEN KOMMUNIKATION® der ICOM untersucht werden.

Lektion 5: Nur wer seine Zielerreichung überprüft, kann sich verbessern
Nachdem jeder seine Pfeile abgeschossen hatte, durften wir – auf das Signal des Trainers hin, unsere Pfeile kontrollieren und einsammeln gehen. Die Kontrolle gibt einen wichtigen Aufschluss für das Zielen. Landen meine Pfeile mehrheitlich in der rechten oberen Ecke, muss ich tiefer zielen und mir einen anderen Zielpunkt suchen.

Genauso wichtig ist das Managen der Unternehmenskommunikation, d.h. die Evaluation der Kommunikationsmaßnahmen/Medien in Bezug auf Leistung und Wirkung mit Hilfe von verschiedenen Methoden und Marktforschungsinstrumenten. Die erhobenen Ergebnisse und Kennzahlen geben Aufschluss über Erfolg und Optimierungsbedarf der Kommunikation, sind Basis für das Benchmarking mit anderen Unternehmen und können in die unternehmensspezifischen Controllingsysteme überführt werden. Unsere Erfahrung zeigt, dass auf der Basis eines implementierten Steuerungssystems und einer konsequenten Optimierung schon im zweiten Mess- und Steuerungszyklus wesentliche Ergebnisverbesserungen zu erzielen sind.

Lektion 6: Trainer und Coaches helfen bei der Zielerreichung
Damit ich mich überhaupt verbessern konnte, war ich auf den Trainer angewiesen. Er erklärte mir den Bogen und den Ablauf, beobachtete mich beim Schießen, korrigierte meine Haltung, forderte mich auf zügiger zu schießen und nicht zu lange zu zielen. Gemeinsam mit mir kontrollierte er das Ergebnis und gab Tipps zum Neuausrichten.

Genau diese Funktion übernehmen Kommunikationsberater: mit Hilfe von langjähri-gem Erfahrungswissen können sie die Situation in Unternehmen beobachten, analysieren und pragmatische Hilfestellung bei der wirkungsvollen Ausrichtung der Unternehmenskommunikation geben.  

Unser Bogen-Training an der Côte d’Azur endete übrigens mit einem kleinen Turnier, bei dem mein Mann und ich punktgleich abschnitten. Und sollten Sie jetzt Lust aufs Bogenschießen bekommen haben, können Sie sich z. B. über den Deutschen Schützenbund weiter informieren.

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