Interview mit Ariana Fischer zum Kommunikations-Kongress 2011 #KK2011

In der vergangenen Woche trafen sich die Kommunikationsmanager in Deutschland zum großen „Klassentreffen“ in Berlin. Über 1500 Teilnehmer informierten sich beim Kommunikationskongress über aktuelle Themen, stellten Best Cases vor und diskutierten neue Trends. Ariana Fischer, ICOM-Managing-Partner, war vor Ort und schildert im Interview ihre Eindrücke.

Kommunikationskngress

Bildnachweise: “Eröffnung durch Uwe Dolderer, Präsident des BdP” von HolgerRings, Creative Commons Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0)

Matthias Wagner: Netzwerken war bestimmt eines der großen „Themen“ in der letzten Woche in Berlin. Aber war der Kommunikationskongress auch ein Treffen, bei dem neue Trends in der Kommunikationsbranche auszumachen waren?

Ariana Fischer: Sicherlich spielt das Netzwerken, das Sehen und Gesehen werden eine wichtige Rolle. Und manchmal fast ein wenig zu sehr, dann nämlich, wenn die Inhalte darunter leiden und fast zur Nebensache werden. Aber neben allem Netzwerken ist der Kommunikationskongress natürlich ein Ort, an dem sich Trends abzeichnen. Und ein großer Trend, der schon seit einigen Jahren auszumachen ist – abseits von Social Media, Kommunikations-Controlling oder der Bedeutung der Führungskräftekommunikation – ist der, dass die Kommunikatoren zunehmend Managementfunktionen übernehmen.

Zum Beispiel wenn es gilt, Changeprozesse vonseiten der Kommunikation zu managen. Da ist man als Kommunikator ganz nah an der Wertschöpfung dran. Oder bei Krisen-Themen, wo es auch um Kern-Werte des Unternehmens geht. Kommunikatoren müssen sich immer stärker als zentrale Partner des Managements positionieren, oder werden entsprechend positioniert. Eine Rolle, die auszufüllen sicherlich nicht immer leicht fällt.

Matthias Wagner: Dass du die Management-Rolle der Kommunikatoren als einen Trend ausmachst, passt zum Fokus des diesjährigen Kommunikationskongresses „Management und Leadership“. Bist du diesem Fokus auch in einem Vortrag ganz konkret begegnet?

Ariana Fischer: Generell war der Kongress thematisch sehr breit gefächert. Das macht dieses Event auch so interessant: Alle Themen-Facetten der Unternehmenskommunikation finden sich im Programm wieder. Aber doch, von einer Leadership-Veranstaltung kann ich erzählen: eine Talkrunde mit Anja Förster, Tim Raue und Prof. Dr. Detlef Fetchenhauer. Alle drei berichteten in der Runde, wie sie Führung definieren. Und natürlich divergieren die Vorstellungen. So leitet der Koch Tim Raue mit relativ straffen Zügeln sein Küchen-Team. Dagegen präsentierte sich Anja Förster mit einem Motivationsvortrag zum Thema „Führung“ und sprach von Leidenschaft und Kreativität, die es freizusetzen gilt, um Unternehmen langfristig nach vorne zu bringen. Prof. Fetchenhauer stellte in einer spannenden Übersicht die soziologische Entwicklung von Mann und Frau dar.

Matthias Wagner: Zahlreiche Unternehmen präsentierten sich auf dem Kongress mit Umsetzungsbeispielen und Werkstattberichten. Gab es Präsentationen, die besonders interessant waren und mit denen Kommunikationsmanager vielleicht neue Standards setzen?

Ariana Fischer: Besonders spannend war der Bericht von Jörg Howe von Daimler zum Thema Krisenkommunikation. Ein Vortrag, der vor allem durch Offenheit, Professionalität und Unterhaltungswert bestach. Gut vorstellbar, dass Herr Howe durch seine authentische Art in der Lage ist, einer Krise das Potenzial zur Katastrophe zu nehmen.

Interessant war auch zu hören, dass wichtige Prämissen in der Krisenkommunikation für Howe darin bestehen, zu jedem Zeitpunkt bestens über alle möglichen Issues informiert zu sein, den jeweiligen Fall genau zu analysieren und ganz individuell darauf zu reagieren.

Es wurde offen über unterschiedliche Krisenfälle gesprochen. Dabei band Herr Howe immer wieder auch seine Mitarbeiter im Plenum in seinen Vortrag mit ein und unterstrich damit, wie wichtig ein funktionierendes Team für eine gelungene Kommunikation ist.

Matthias Wagner: Es bleibt ein Fazit zu ziehen.

Ariana Fischer: Es ist natürlich immer interessant, die komplette Branche zu treffen. Allein die Größe macht das Event zu einem spannenden Termin. Man trifft dort alle relevanten Ansprechpartner von Unternehmensseite ebenso wie von Agenturseite. Die Organisation war sehr gut. Allerdings denke ich, dass die Vorträge und Talkrunden qualitativ noch besser werden können.

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