Micro-Blogging – Mehr Effizienz für die interne Kommunikation

Idee und Ziele von Micro-Blogging

Das Wissen der Mitarbeiter für die unternehmensinterne Öffentlichkeit zu-gänglich zu machen, ist eine Herausforderung. Das gilt sicherlich besonders für große Unternehmen, aber auch in kleinen Teams ist ein optimaler Informationsfluss nicht selbstverständlich. Ziel ist es, alle Mitarbeiter effizient und umfassend mit aktuellen und relevanten Informationen zu versorgen. Sich dabei auf das Teeküchen-Gespräch zu verlassen, reicht gewiss nicht aus. Das Beispiel „Teeküche“ verweist auf das klassische Sender-Empfänger-Modell der Kommunikation.

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Abb.: Klassisches Sender-Empfänger-Modell der Kommunikation

Der Mitarbeiter muss jeden Kollegen ansprechen, um seine Ideen ins Team zu tragen. Sinnvoller erscheint es, Ideen, Wissen und Informationen in einem Netzwerk abzulegen, auf das alle Teammitglieder Zugriff haben. So wurden mit Intranet-Systemen und Wikis in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich Wissen und Informationen organisiert. Allerdings ist für viele Mitarbeiter die Hürde, einen Beitrag für das Intranet zu verfassen, aus unterschiedlichen Gründen relativ hoch.

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Abb.: Sender-Empfänger-Modell der „gemeinsamen Mitte“

Mit dem sogenannten Micro-Blogging hat sich im Social Web eine Form der Kommunikation etabliert, die auch für die interne Unternehmenskommunikation gewinnbringend eingesetzt wird. Kurz und knapp können über Micro-Blogs Neuigkeiten, interessante Hinweise und Fragen in einer Community aus-getauscht werden. Die gesendeten Textnachrichten sind SMS-ähnlich und bestehen in der Regel aus weniger als 200 Zeichen. Der ohne Zweifel bekannteste Anbieter ist Twitter mit weltweit 190 Millionen Usern . Doch auch in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Xing lassen sich Micro-Blogs erstellen, die dort als Statusmeldungen bezeichnet werden.

Einsatzmöglichkeiten von Micro-Blogging in der internen Kommunikation

Auch wenn vielfach die Meinung vorherrscht, Twitter sei ein Dienst, mit welchem sich die Nutzer über Belanglosigkeiten austauschen, so hat sich Micro-Blogging doch zu einer ernst zu nehmenden Kommunikationsform etabliert, mit der sich User kurz und prägnant über Neuigkeiten und Trends austauschen. Mit dem unternehmensinternen Micro-Blogging soll diese Möglichkeit des effizienten Informationsaustauschs auch für die interne Unternehmenskommunikation genutzt werden und helfen, den Informations- und Wissensfluss im Unternehmen zu verbessern.

Einige Beispiele machen deutlich, welche Inhalte mit den Kollegen geteilt werden können:

  • Aktuelle Projekte und Aufgaben (mit Verweis auf den Projekt-Status)
  • Ideen kommunizieren und diskutieren
  • Fragen an das Team richten und Experten im Team identifizieren
  • Hinweise auf aktuelle Studien oder interessante Internet-Beiträge
  • Anteasern von neuen Beiträgen im Intranet
  • Micro-Blogging als Ersatz für die An-Alle-E-Mail („Wegen Bauarbeiten wird heute kurzzeitig der Strom abgestellt.“)
  • Informationen aus Konferenzen und Messen können live an die Kollegen kommuniziert werden.
Vorteile von Micro-Blogging

Die Hürden und der Zeitaufwand, einen wenige Zeichen langen Micro-Blog zu verfassen, ist deutlich geringer als bei aufwändigeren Intranet-Beiträgen, die häufig durch unterschiedliche Instanzen geprüft werden. So ist das Team stets auf einem aktuellen Informationsstand und gleichzeitig werden die Mail-Accounts der Mit-arbeiter entlastet.

Ein weiterer Aspekt, der für ein unternehmensinternes Micro-Blogging spricht, ist der Trainings-Effekt. Mitarbeiter ebenso wie die Unternehmensführung sammeln Erfahrungen im Umgang mit den Anforderungen der Social Web-Kommunikation und so wird ein Learning by Doing-Prozess angestoßen, der zum Beispiel die Entwicklung von Social Media-Guidelines unterstützt. Die Mitarbeiter lernen auch in der externen Kommunikation authentisch, offen und sicher das eigene Unternehmen im Social Web zu vertreten.

Micro-Blogging Tools

Es gibt zahlreiche technische Lösungen für das Micro-Blogging. Wichtig ist, dass die interne Kommunikation vor einem Zugriff von außen geschützt bleibt. Daher sind solche Systeme zu präferieren, die auf firmeneigenen Servern installiert sind. Besonders bekannt und erprobt sind die folgenden Tools:

  • Yammer (kostenfreie Testmöglichkeit, gehosteter Dienst)
  • chatter.com (kostenfreie Testmöglichkeit, gehosteter Dienst)
  • Cyn.in (kostenpflichtiger, lokal installierter Dienst)
  • StatusNet (Open Source Lösung, lokal installierter Dienst)

Die Redaktion der Zeitschrift t3n hat die Micro-Blogging-Lösung von Yammer getestet und kommt zu folgendem Fazit:

„Bei uns jedenfalls ist schon so manche Diskussion direkt in Yammer ent-standen, ohne dass dafür das gesamte Team von der Arbeit abgehalten worden wäre. Jeder trägt seine Meinung und seine Informationen und Sicht-weisen bei. Wenn das dann am Ende auch noch Spaß macht, anstatt als lästige Pflicht empfunden zu werden, hat das Unternehmen eine Menge gewonnen.“

Micro-Blogging dient zusammengefasst auch in der internen Kommunikation als Dienst, der unter der Rubrik „Wissensmanagement“ eingeordnet werden kann. Gleichzeitig ist Micro-Blogging eine einfache Möglichkeit, Mitarbeiter an den Um-gang mit Social Media-Tools heranzuführen und trainieren zu lassen.

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2 Antworten zu “Micro-Blogging – Mehr Effizienz für die interne Kommunikation

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